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Haltung
/ Pflege von Pferden
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Pferde sind keine Haustiere
im eigentlichen Sinne. Das ist jedem klar. Allerdings ist der Reitsport
sehr beliebt und die Frage nach geeigneter Pferdehaltung natürlich
berechtigt. Denn es gibt vielfältige Möglichkeiten seine Pferde
unter zu stellen. Sei es ein herkömmlicher Reiterhof, eine
Offenstall-Haltung oder anderes. Aber gleich eins vorneweg:
eine artgerechte Pferdehaltung gibt es nicht. Wir können
nur versuchen, dem Ideal der natürlichen Pferdeumgebung so nahe
wie möglich zu kommen. Wie letztendlich jemand sein Pferd
oder Pony "hält", ist von vielen Faktoren abhängig,
die wir nur teilweise beeinflussen können.
Die wohl wichtigste Frage ist
erst einmal, was sich für Möglichkeiten zur Pferdehaltung
in meiner Umgebung bieten. Gibt es dort z.B. ausschließlich einen
Reiterhof mit Pferdeboxen ohne weitere Auslaufmöglichkeit,
bleibt dem Pferdebesitzer nicht viel anderes übrig, als sein Pferd
bzw. Pony in einer mehr oder weniger großen Box unterzubringen
und anderweitig für die notwendige Bewegung des Pferdes
zu sorgen.
Heutzutage aber haben die meisten
Pferdehalter (zum Glück) die Qual der Wahl: Haltergemeinschaften
mit Offenstallhaltung und gepachteten Koppeln, Bauernhöfe
mit Pferdeställen, Reiterhöfe mit Pensionspferdehaltung,
ect.
Hier nun einige Vor - und Nachteile
der verschiedenen Haltungsarten:
Pensionspferdehaltung
auf dem Reiterhof
Vorteile:
" die Stallbesitzer
kümmern sich ums Futter (Beschaffung von Stroh, Heu, Hafer,
Mischfutter) und die Fütterung der Pferde
" eventuelle Krankheiten eines Pferdes werden schnell erkannt
" der Stallbesitzer sorgt meist für Impftermine, Wurmkuren
und Beschlagstermine
" gute Anlagen für den Reitsport (gedeckte Reithalle,
Springplatz, Dressurviereck, Sattelkammer, ect.)
" Möglichkeit von Reitunterricht
" schnelle Verfügbarkeit des Pferdes oder Ponys
" Pferd (in Boxenhaltung); meist sauber, daher wenig Putzaufwand
" Kontakt zu vielen anderen Reitern; gemeinsamme Aktivitäten
(Tuniere, Vereinsmeisterschaften, ect.)
Nachteile:
" meist keinen Einfluß auf die Fütterung des
Pferdes (Menge, Art, Zeit)
" keinen Einfluß darauf, ob, wann und wie oft das Pferd
bzw. Pony in einen Auslauf kommt
" keinen Einfluß auf das "Stallklima" (Belüftung,
Temperatur)
" eventuell unqualifiziertes Personal
" durch hohen Pferdebestand verstärke Ansteckungsgefahr
Haltung
beim Landwirt
Vorteile:
" meist viel Weidefläche
vorhanden
" meist Berücksichtigung von individuellen Wünschen der
Pferdehalter
" genug Futter und Einstreu vorhanden
" Kontakt zu anderen Pferdehaltern
" bei Koppel- bzw. Paddockhaltung hat das Pferd bzw.
Pony die benötigten Sozilakontakte zu anderen Pferden
" bei Koppel- bzw. Paddockhaltung hat das Pferd den
benötigten Auslauf und bekommt für die Gesundheit wichtige
'Reize' (Temperaturschwankungen, Sonne, Regen, Wind). Das Pferd
ist daher meist ausgeglichener als in der Boxenhaltung.
Nachteile:
" eventuell mangelhafte "Pferdekenntnisse"
seitens des Landwirtes
" Reitplatz und Reithalle für Reitsport nur in Ausnahmefällen
vorhanden
" alte Schweine- oder Kuhställe sind (ohne Umbau) nicht unbedingt
zur Pferdhaltung geeignet
" bei Koppel- bzw. Paddockhaltung ist das Pferd
oder Pony nicht immer sauber
" Pferd muß eventuell zum Reiten erst von der
Koppel "gefangen" werden
Pferde-Haltung
in Haltergemeinschaft
Vorteile:
" man kann sich mit Menschen zusammenschließen,
die die gleiche Einstellung zur Pferdehaltung haben
" Mitspracherecht, was und wann gefüttert wird
" Pferd bzw. Pony steht in einer Herde
" Pferd hat durch Koppelgang auch außerhalb
der Reitzeiten ausreichend Bewegung
" Ideenaustausch mit anderen Pferdehaltern
Nachteile:
" regelmäßiger Stalldienst
" Mitverantwortung und Mithilfe beim Koppelbau, Futterbeschaffung
nötig
" Impftermiene, Wurmkuren, Beschlagstermiene für die Pferde
und Ponys müssen selber organisiert werden
" meist keine Reithalle oder Reitplatz für Reitsport
vorhanden
" Pferd oder Pony muß vor dem Reiten
von der Koppel geholt werden und je nach Zustand recht intensiev
geputzt werden
Ob die genannten Nachteile, wirklich
welche sind , muß jeder für sich selbst beurteilen.
Pferde-Haltung in
Eigenregie
Vorteile:
" komplette Selbstbestimmung über die Haltung des
Pfedes
Nachteile:
" für Urlaub oder Krankheit muß eine Vertretung
gesucht werden, die das Pferd oder Pony versorgt
" alle Kosten (Stall- Koppelbau und "Zubehör") treffen
einen komplett
Quelle: Handbuch der modernen
Pferdehaltung (Jens Marten / Armin Salewski; Franckh-Kosmos-Verlag)
Die Pflege von Pferden
In der freien Natur pflegen
sich die Pferde selber, durch Wälzen, Schubbern oder z.B.
gegenseitiges Beknabbern.
Bei der Stallhaltung muß der Mensch diese Aufgabe übernehmen.
Die Gesundheit des Pferdes ist wesentlich vom richtigen Ablauf
der Hauttätigkeit abhängig. Das tägliche Putzen
des Pferdes bezweckt unter anderem die Reinigung der Haut und
Haare von Staub, Schmutz und Hautabsonderungen, wie Schuppen und Schweiß.
Das Putzen ist für Pferde nicht nur ein Reinigungsvorgang,
sondern auch eine wesentliche gesundheitliche Maßnahme, die eine
bedeutende Rolle für das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit
und Wiederstandskraft des Pferdes spielt.
Das Putzen ist für das Pferd bzw. Pony auch
eine förderliche Massage, welche die Durchblutung der Haut und
des Unterhautbindegewebes sowie die Hautatmung fördert. Für
das Putzen des Pferdes sollte man sich Zeit nehmen, es
stärkt das Vertrauen in den Menschen.
Ein gut geputztes Pferd ist überall sauber, auch unter der
Mähne dem Bauch, an den Beinen, dem Schweifansatz usw.
Pflegen von Haut- und Körperöffnungen
und dem Deckhaar:
Zunächst wird das
Fell des Pferdes oder Ponys mit dem Striegel
aufgerauht um stärkere Schmutzgrusten zu beseitigen. Der Striegel
wird niemals an Körperstellen angesetzt, denen ein Fleischpolster
fehlt. Zum Beispiel Kopf, Hüftknochen und Gliedmaßen des
Pferdes. Solche Stellen werden mit der Bürste gereinigt.
Ist das Pferd durchgestriegelt nimmt man die
Kardätsche und beseitigt mit langen ruhigen Strichen den
aufgerauhten Staub.
Die Kardätsche wird immer wieder am Striegel, der
in der anderen Hand gehalten werde sollte, abgestreift. Den Striegel
des öfteren auf dem Boden ausgeklopfen.
Der Kopf der Pferde und Ponys wird
ebenfalls mit der Kardätsche oder einer weichen Bürste
gereinigt.
Danach beginnt man die etwas schwieriger zu erreichenden Stellen, wie
Ohren, zwischen des Unterkieferästen, Bauch, Innenseite der Beine,
Fesselbeuge usw. zu reinigen.
Mit einem weichen Tuch, evtl. ein klein wenig angefeuchtet,
lassen sich dann auch die letzten Staubpartikel entfernen.
Mit einem Schwamm werden dann die Augenwinkel, Nüstern und die
Maulspalte des Pferdes gesäubert. Mit einem zweiten Schwamm
die Unterseite der Schweifrübe, den After und das Geschlecht. Die
Schwämme sind nach dem Gebrauch stets gründlich zu reinigen
und nicht zu verwechseln, damit man dem Pferd nicht etwa mit
dem Popo-Schwamm die Augen wäscht....
Der Pferde-Schweif wird mit der Hand verlesen,
ein Kamm oder eine Bürste reissen zuviele Haare aus. Die Mähne
läßt sich sehr gut mit einer angefeuchteten Bürste reinigen.
Schweif und Mähne sollten alle 2 - 4 Wochen mit einem Shampoo gewaschen
und dann gründlich ausgespült werden.
Zum Schluß werden nun die Hufe des Pferdes
gründlich gereinigt, die Aussenseiten mit einer starken Bürste
und Wasser. Der Pferde-Huf wird ausgekratzt und ebenfalls mit
einer Bürste vom letzten Dreck befreit. Anschliessendes Einfetten
(Huffett oder Huföl) nicht vergessen.
An warmen Tagen, oder wenn ein Solarium zur Verfügung steht,
sollte das Pferd, besonders nach schwerer Arbeit bei der es sehr
geschwitzt hat, abgespritzt (gewaschen) werden. Danach muß es
vollkommen trocknen. Ein Pferd wird niemals nass in die Pferde-Box
gestellt.